| Im Januar 1999
fragte die Casting-Agentur der Produktionsfirma ENDEMOL-Entertainment, das CARO-Team,
über die Schildkröten-Mailingliste im Internet nach potentiellen Kandidaten zum Thema
"Schildkröten" in der ZDF-Quizshow "RISIKO". Kurzerhand bewarb ich mich per Email und hörte zunächst mal drei
Monate nichts mehr. An einem Freitagnachmittag im März erhielt ich plötzlich einen Anruf
des CARO-Teams. Wir plauderten über 30 Minuten miteinander und ich wurde über mein
Allgemeinwissen "telefongecastet". Ich wußte 28 von 30 Fragen, also durfte ich
zum Videocasting, das Anfang April in einem Stuttgarter Hotel stattfand.
Dort unterhielt ich mich mit drei Redakteurinnen über
Schildkröten. Auch 7 Fachfragen zum Thema wurden mir gestellt und das ganze auf Video
aufgezeichnet. Diese Videoaufzeichnungen dienen später dem Produktionsteam ENDEMOL zur
Auswahl der Kandidaten.
Danach war erst mal
wieder fast 2 Monate Funkstille, bis ich
wieder einen Anruf erhielt. Dort teile mir das CARO-Team mit, dass sie zum Thema
"Schildkröten" eine Kandidatin ausgewählt hätten, um den niedrigen
Frauenanteil unter den Kandidaten anzuheben. Da das Thema aber sehr erschöpfend wäre,
fragte sie mich, ob ich nicht zum Thema "Riesenschildkröten" Kandidat sein
wolle. Nach zehnsekündiger Bedenkzeit sagte ich zu. Zwar war ich auf diesem Gebiet keine
Koryphäe, doch ist hier die Artenanzahl doch besser überschau- und lernbar. Als
Aufzeichnungstermin nannte sie mir Anfang Juni 1999 (das sind noch drei Wochen!!!).
Jetzt ging alles Schlag auf Schlag. Da die Fragen zur
Sendung aus einheitlicher Lektüre stammen sollen, Bücher hierzu aber sehr dünn gesät
sind, forschte ich das Internet aus und druckte mir ca. 50 englischsprachige Seiten über
Riesen- und Meeresschildkröten aus. Diese kopierte ich und sandte sie dem CARO-Team zu.
Eine Woche vor dem Sendetermin kamen dann noch 20 Seiten des CARO-Teams dazu, das sie mir
zusandten.
Ich las mir alles durch und stellte mir ca. 300 Fragen aus
dem Gebiet zusammen. Ich schrieb sie auf Karteikarten und die Antwort auf die Rückseite.
So konnte ich während meiner täglichen Zugfahrt zur Arbeit büffeln. Die letzte Woche
vor dem Termin nahm ich Urlaub, damit ich noch gezielter lernen konnte. Das Thema
gestaltete sich dann doch als sehr schwierig, da es sehr viele unterschiedliche Fakten zu
diesen Schildkröten gab. Besondere Mühe machten mir die Meeresschildkröten, da sich
ihre Daten nur unwesentlich voneinander unterscheiden. Die Riesenschildkröten waren hier
einfacher.
Dann kam endlich der große Tag. Ich startete nach Köln ins Studio. An diesem Tag wurden 5 Sendungen aufgezeichnet. Ich war für die letzte um 19.00
Uhr vorgesehen. Das hieß dann also warten. Gemeinsam mit den Kandidaten von 4 Sendungen
verfolgten wir die Aufzeichnung am Studio-Monitor. Das war schon eine spannende Sache, die
mit viel Kaffee und Zigaretten kompensiert werden musste. An diesem Tag konnte bislang
noch keiner der Kandidaten das Spiel gewinnen - wir beobachteten dies mit großer Skepsis.
Dann war es soweit. Wir wurden eingekleidet, geschminkt und
mit der Technik vertraut gemacht.
Hier die Spielregeln von RISIKO:
Vier Kandidaten unterschiedlicher Wissensgebiete
spielen in der ersten Runde, der Allgemeinbildungsrunde, gegeneinander. Anfangs hat jeder
Kandidat 1000 DM auf seinem Konto. Der Moderator Kai Böcking nennt das Fachgebiet,
daraufhin drücken die Kandidaten den Buzzer. Wer als erster gedrückt hat, muss sagen
wie viel er setzen möchte (zwischen 100,- und 300,- DM). Beantwortet er die Frage richtig,
so erhält er den Betrag gutgeschrieben, ist sie falsch, wird er abgezogen. Die Runde ist
nach ca. 5 Minuten beendet. Derjenige mit dem meisten
Geld auf dem Konto ist Sieger der
ersten Runde.
In der zweiten Runde, der Fachgebietsrunde, werden den
Kandidaten 7 Fragen aus seinem Fachgebiet gestellt. Für jede richtige Antwort bekommt man
1000,- DM. Und derjenige, der nach Abschluss beider Runden am meisten Geld auf dem Konto
hat, kommt in die Endrunde.
Dort werden ihm nochmals drei Fragen aus seinem
Fachgebiet gestellt. Nur wenn alle drei Fragen richtig beantwortet wurden, hat er
gewonnen. Der Gewinn liegt immer zwischen 10.000,- und 13.000 DM. Ist eine Antwort falsch,
so erhält der Kandidat als Trostpreis einen 15-bändigen Brockhaus (so wie die übrigen
drei Kandidaten auch).
...und dann ging es los. Ich hatte einen schlechten Start
in der Allgemeinbildungsrunde und versiebte gleich die erste Frage. Im Fernsehsessel sieht
alles so einfach aus, aber hier im Studio... Erst musste
ich mal die Frage überhaupt
bekommen, und hatte ich sie dann, dann fühlte ich mich wie im Tran.
Trotzdem konnte ich mit Ach und Krach die erste Runde mit
100,- DM Vorsprung für mich entscheiden - beste Voraussetzungen also, um in die Endrunde
zu kommen (wenn ich alle meine 7 Fachfragen richtig beantworten kann).
Meine Mitkandidaten wussten
alle Fachfragen, so dass ich
mir keinen Patzer erlauben durfte. Und was dann alles passierte, sehen sie auf folgenden
Videos: |