Der fünfte Tag
(28.8.00)
Nach dem etwas traurigen Landschildkröten-Tag sollte ein
Sumpfschildkrötentag folgen. Wir machten das Rafting-Boot wieder
startklar, Bernd organisierte kräftige Ruderer
und es ging diesmal in die Sümpfe des Pinios. Es gab anfangs einige
Unwägbarkeiten, wie z.B. eine tiefliegende Brücke, über die wir das
große Boot tragen mussten. Entschädigt wurden wir aber durch
großartige Ein- und Ausblicke in die urtümliche Sumpflandschaft. Nur
Schildkröten sahen wir leider nur wieder aus der Ferne. Dafür
aber wieder Eisvögel, Reiher und Laubfrösche. So nach und nach wurde
das Wasser auch immer flacher - bald konnten wir mit unseren Paddeln das
Wasser nur noch dezent streicheln, um im Morast nicht Steckenzubleiben.
Den Mittag verbrachten wir an Land und konnten insgesamt drei männliche
T.h.b. sehen.
Überhaupt scheinen die männlichen Tiere hier mehr
unterwegs zu sein, als die weiblichen. Aber dann ein wunderbares großes
Weibchen ,
das sehr schön glatt gewachsen war. Und kurz darauf lief uns sogar noch
ein Emys-Männchen über den Weg, das kurzfristig das Gewässer wechseln
wollte. Wir fingen es mit der Hand ein, und begutachteten den Zustand
des Tieres. Sowohl in Ernährung, als auch in Färbung und Panzerform
war es ein Prachtexemplar .
Bald gings dann auch per Boot zurück und dieser Tag hatte ein Ende.
Der sechste Tag (29.8.00)
Für die nächsten beiden Tage hatten sich Bernd und Christel etwas
besonderes ausgedacht. Zusammen mit ein paar österreichischen
Gleitschirmfliegern fuhren wir zu den Meteora-Klöstern,
die vor einigen hundert Jahren in dieser Gegend auf steilen Felsen
erbaut wurden.
Mächtig thronten die alten Gebäude auf den zerklüfteten
Felsen.
Und der Blick von hier oben ins Tal war einfach herrlich. Wir
besichtigten das Nonnenkloster - und dann gings auf Exkursion! Bernd
hatte hier schon T. marginata gefunden, aber heute waren wir leider
erfolglos. Jetzt standen wir am Fuß der Felsen und schauten nach oben.
auch hier war der Anblick wieder überwältigend.
Nach zwei erfolglosen Stunden gings wieder in den Bus und
weiter in ein verlassenes Kloster. Dort hatten Bernd und Christel die
Erlaubnis, mit ihren Gruppen zu übernachten. Das Kloster ist ca. 1200
Jahre alt und noch in sehr urtümlichen Zustand!!!
Innen gab es eine orthodoxe Kapelle mit wunderschönen Ikonen und
Malereien.
|
Ein
Kleinod in der kargen Landschaft!
Auch unsere Zimmer waren sehr komfortabel! Bettzeug war aber
mitzubringen, wenn man nicht auf der Seidenmatratze schlafen wollte. Die
Verpflegung kauften wir auf dem Weg zum Kloster, denn weder eine urige
griechische Taverne, noch ein "nice-McDonald-Restaurant" waren
in der Nähe. Trockenes Holz gab es aber im Überfluss, so dass wir am
Abend am Lagerfeuer grillen konnten. Bernd und ich spielten ein wenig
auf der Gitarre, die Österreicher erzählten "Mühlviertler-Witze"
- kurzum - es war ein toller Abend. Der Retsina floss in strömen und so
fielen wir alle hundemüde ins Bett.
Der siebte Tag (30.8.00)
Früh am nächsten morgen startete ich eine Exkursion,
um endlich mal eine T. marginata zu sehen .
Und prompt hatte ich eine: ein prächtiges Männchen. Ein wenig später
ging Gerd noch mal los und auch er sah fünf Tiere. Ihn sammelten wir
unterwegs ein und fuhren wieder heimwärts nach Platamonas. Im alten
Dorf aßen wir zu Mittag.
Die Gleitschirmflieger erzählten von ihren Flügen, Gerd, Samantha und
ich fachsimpelten über Schildkröten.
Das war auch gleichzeitig das Ende der Exkursionen.
Samantha und ich blieben aber noch eine Woche in Nei Pori und faulenzten
am Strand. Es
waren wirklich sehr eindrucksvolle Tage bei Bernd und Christel in
Griechenland. Im nächsten Jahr wird es aber wieder derartige
Exkursionen geben. Wer von Ihnen jetzt Lust hat, auch in den
Ursprungsländern unserer Schildkröten zu wandern, der kann Bernd
Pitzer hier eine Email schreiben.
Samantha und ich werden sicherlich bald wiederkommen. |
|