Wir bauen ein Freilandgehege Surfing-Turtle.gif (5485 Byte)
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Wir bauen ein Freilandgehege Surfing-Turtle.gif (5485 Byte)
Europäische Landschildkröten ganzjährig im Zimmerterrarium zu halten ist dem Wohlergehen der Tiere nicht gerade zuträglich. Um den Tieren möglichst naturnahe Bedingungen zu bieten, sollten sie zumindest in den wärmeren Monaten die Möglichkeit eines Freilandaufenthaltes haben. 

Aus diesem Grund habe ich einen Teil meiner 45qm großen Terrasse "geopfert", um für meine drei kleinen Griechen ein Freilandgehege zu bauen. Die Terrasse liegt an der Südwestseite des Hauses und ist im Sommer sehr heiß. Wie der Bau und die Bepflanzung Stück für Stück voranschreitet, ist auf folgenden Bildern festgehalten...

Einkaufsliste

100l ungedüngte Blumenerde
800l Rindenhumus
126 Kalksandsteine
60 kg Maurermörtel
einige qm Teichfolie
Kleingewächshaus
ein paar kleine Sträucher

...und ein kräftiger Arbeiter (der das ganze Zeug vom Auto auf die Terrasse trägt)

 

Zunächst wurden die Steine kreisförmig ausgelegt, um das Endmaß festzulegen. Nach fünf schweißtreibenden und nervenkostenden Versuchen bin ich das Thema mathematisch angegangen und habe mittels Steinkantenlänge den Umfang ermittelt und hieraus wieder den Radius des Kreises. Das hat dann merkwürdigerweise sofort gestimmt und die erste Reihe war perfekt ausgelegt. Dann habe ich noch die Waschbetonplatten entfernt um 5cm mehr Tiefe zu erhalten. Die unterste Lage der Steine wurde nicht betoniert. 
Um dem Wurzelwerk das Einwachsen in die Deckenisolierung zu erschweren, habe ich 1mm dicke Teichfolie zugeschnitten und eingelegt. Den Wasserabfluss sollte dies (theoretisch) nicht behindern.
Da ich keine ausgewachsenen Seychellen-Riesenschildkröten in dem Gehege halte, sondern nur drei Baby-Griechen, reicht eine Höhe von 35cm aus. Die Steine wurden auch nicht zwischenverfugt sondern lediglich auf Ober- und Unterseite. Das Mauerwerk wirkt dadurch sehr aufgelockert.
Dann wurde die Erde eingebracht, wobei sich schnell herausstellte, dass ich zuwenig hatte. kurzfristig habe ich dann noch 400l Rindenhumus zugegeben, damit ich eine unregelmäßige Substrathöhe von 10 - 30cm erzielen kann.
Dieser Hausmitbewohner fragt sich wohl, wo denn der Eingang seiner neuen Hundehütte ist...
Nachdem die Strukturen so einigermaßen feststanden, habe ich die Saatmischung "Testudo-Basis" von Marion Minch eingebracht. Von den 250g (ausreichend für 10qm) habe ich lediglich 150g ausgesät, damit die Pflänzchen nicht zu dicht wachsen. Zusätzlich habe ich noch eine Nordgriechische Zwerg-Latschen-Pinie, Fetthenne und einen langsam wachsenden Bodendecker eingepflanzt. Rechts sieht man das Gewächshaus, das den Kleinen als Schlaf- und Ruheplatz dienen soll.

...10 Tage nach dem Einpflanzen beginnt es schon kräftig zu keimen und zu wachsen. Den Boden halte ich schön feucht, damit auch aus jedem Körnlein irgendetwas sprießen kann - obwohl ich keine Ahnung habe, was aus Marions Mischung alles entsteht...

 6 Wochen gingen nun ins Land - es schien die Sonne, es regnete, das Gras wuchs und wuchs und wuchs.... Der Boden trocknete auch nach 6 Tagen intensivstem Sonnenschein nicht aus. Da wusste ich, dass ich etwas Wichtiges vergessen hatte: 

die Drainage!!!

Also begann das Spielchen von vorne:
1. komplette Bepflanzung mit Erde entfernen
2. 20 Schubkarren voll mit Kieselsteinen einfüllen (ca. 5 cm hoch)
3. Teichvlies darüber
4. Erde darauf
5. ...und Marions Klee- und Wildkräutermischung

Auf Gras verzichtete ich diesmal, da das zu stark wuchs und ich meine Tiere dann wohl nur sehr selten zu Gesicht bekommen werde.

Und so sieht das Gehege heute aus. Kein Gras, dafür mehr Klee.

Außerdem habe ich noch ein Vogelschutzgitter über dem ganzen angebracht, das in der Mitte mit einem alten Mikrofonständer hoch gehalten wird und nahezu unsichtbar ist.

Es trocknet jetzt auch sehr schnell ab - die Drainage scheint gut zu funktionieren. 

Neu konzipiert habe ich auch das Schildkrötenhaus. Es wurde aus großen Flusskieseln und Silikon ziemlich natürlich gebaut. Innen ist ein 10 cm hohes Plastikgefäß, das mit Rindenhumus gefüllt ist und nicht nass werden kann.

Selbst in strömendem Regen ist es trocken geblieben!

...und so sieht es jetzt aus, 4 Wochen nach dem Einsäen. Sobald es etwas trockener ist, wird mein Stoßtrupp rigoros hier ausgesetzt!!!

 

 

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